trinkwasserCHECK

Wir untersuchen Ihre hauseigene Trinkwasserinstallation auf Legionellen!
(nach § 14 Trinkwasserverordnung)

Im Dezember 2012 wurde die zweite Verordnung zur Änderung der TrinkwV durch den Bundesrat beschlossen. In der TrinkwV wird vermutet, dass bei Einhaltung der anerkannten Regel der Technik die geforderte Trinkwasserqualität eingehalten wird und ein Aufkeimen von Legionellen nicht zu erwarten ist.

Zur Sicherstellung dieser Trinkwasserqualität unterliegen daher bestimmte Objekte und Trinkwasserinstallationen einer Untersuchungspflicht, einhergehend mit einer Beprobung. Der Kreis derer, die dieser Überprüfungspflicht nachkommen müssen, ist in der TrinkwV eindeutig geregelt.

Tipp: Den trinkwasserCHECK führen wir auch für Gebäude durch, die nicht der Untersuchungspflicht unterliegen.

Unsere Dienstleistung:

  • Persönliche Beratung vor Ort
  • Klassifizierung der Anlagen
  • Überprüfung und Dokumentation der Trinkwasserinstallation
  • Festlegung der Probeentnahmestellen
  • Durchführung der Beprobung
  • Laboranalyse durch akkreditiertes Labor
  • Übernahme der Handlungspflichten im Fall einer positiven Legionellenprüfung
  • Übernahme der Anzeigepflicht aus dem §13 der TrinkwV
  • Zehnjährige Archivierung  der Untersuchungsergebnisse und das Vorhalten einer rechtssicheren Dokumentation
  • Übernahme der periodischen Untersuchung nach einem Jahr (z.B. bei öffentlichen Gebäuden) oder nach drei Jahren (z.B. bei Mehrfamilienhäusern)

Haben wir Ihr Interesse geweckt, dann fordern Sie Ihr individuelles Angebot zum trinkwasserCHECK an! Unsere Energieberatung steht Ihnen gern zur Seite.

Telefon: 02381 274 - 12 95

Mail: energieberatung@stadtwerke-hamm.de

Persönlich in der Energieberatung, Südring-Center (Mercure-Komplex), Öffnungszeiten montags bis freitags 8 bis 13 Uhr, ab 13 Uhr nach Vereinbarung

Fragen und Antworten

Im Dezember 2012 wurde die zweite Verordnung zur Änderung der TrinkwV durch den Bundesrat beschlossen. In der TrinkwV wird vermutet, dass bei Einhaltung der anerkannten Regel der Technik die geforderte Trinkwasserqualität eingehalten wird und ein Aufkeimen von Legionellen nicht zu erwarten ist. Zur Sicherstellung dieser Trinkwasserqualität unterliegen daher bestimmte Objekte und Trinkwasserinstallationen einer Untersuchungspflicht, einhergehend mit einer Beprobung. Der Kreis derer, die dieser Überprüfungspflicht nachkommen müssen, ist in der TrinkwV eindeutig geregelt.

Die Untersuchungspflicht nach § 14 der TrinkwV gilt für Trinkwasserinstallationen in Gebäuden, in denen Wasser im Rahmen einer öffentlichen oder gewerblichen Tätigkeit zur Verfügung gestellt wird. Nach der TrinkwV sind somit auch Mehrfamilienhäuser mit mehr als 2 Wohneinheiten betroffen. Neben den Betreibern von öffentlichen Gebäuden- und Trinkwasserinstallationen sind somit auch Immobilieneigentümer oder deren bevollmächtigte Verwalter von den Regelungen der TrinkwV in Bezug auf Legionellen betroffen.

  1. Das Gebäude wird öffentlich oder gewerblich genutzt. Dazu zählt auch die Vermietung von Wohnraum.
  2. Es muss eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung mit einem Speichervolumen von über 400 LiterWarmwasser und/oder einem Inhalt von mehr als 3 Litern Wasserinhalt in den Rohrleitungen zwischen dem Ausgang des Trinkwasserspeichers und der Entnahmestelle vorhanden sein.
  3. Es gibt Duschen oder andere Einrichtungen, in denen es zu einer Vernebelung des Trinkwassers kommen kann.

Als Messgrundlage dient die Berechnung bzw. Abschätzung des Rohrleitungsvolumens vom Abgang des Speichers oder des Durchflusserwärmers bis zur am weitesten entfernten Zapfstelle. Der Inhalt einer eventuell vorhandenen Zirkulationsleitung („Rückleitung“ des Warmwassers ohne Entnahmestellen) wird dabei nicht mitgerechnet. Liegen keine Bestandspläne vor, kann das Rohrleitungsvolumen anhand der Rohrdurchmesser und Rohrlängen überschlägig ermittelt werden.

Die Länge des Rohres wird zwischen dem Abgang des Trinkwassererwärmers und der entferntesten Entnahmestelle (Wasserhahn etc.) gemessen. Das Volumen lässt sich sodann nach der folgenden Formel berechnen:

Das Ergebnis ergibt das Volumen in Kubikzentimetern. Teilen Sie diesen Wert durch 1.000, so erhalten Sie das Volumen in Litern.

Beispiel Kupferrohr:

Welcher Rohrlänge entsprechen 1 Liter Volumen?
Kupferrohre Abmessung (mm) 1 Meter enthalten: (l) 1 Liter entsprechen: (m)
12 x 1 0,079 ca. 12,0
15 x 1 0,133 ca. 7,5
18 x 1 0,201 ca. 5,0
22 x 1 0,314 ca. 3,0
28 x 1,5 0,491 ca. 2,0

Die Untersuchung einschließlich der Probenahme unterliegt der TrinkwV 2001 §15(4) und darf nur von akkreditierten Untersuchungslaboratorien durchgeführt werden, die

  • die Vorgaben nach Anlage 5 einhält,
  • nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik arbeitet,
  • über ein System der internen Qualitätssicherung verfügt,
  • sich mindestens einmal jährlich an externen Qualitätssicherungsprogrammen erfolgreich beteiligt,
  • über Personal verfügt, das für die entsprechenden Tätigkeiten hinreichend qualifiziert ist, und durch eine nationale Akkreditierungsstelle eines Mitgliedstaates der Europäischen Union für Trinkwasseruntersuchungen akkreditiert ist.
  • Der Betreiber ist verpflichtet, alle Untersuchungsergebnisse unverzüglich schriftlich zu dokumentieren und 10 Jahre lang aufzubewahren.

Ja. Es handelt sich bei der Trinkwasseruntersuchung auf Legionellen um eine wiederkehrende Leistung. Die Kosten sind nach § 2 Nr. 17 der Betriebskostenverordnung unter den „sonstigen Kosten“ umlegbar. Bei Neuabschlüssen von Mietverträgen empfiehlt es sich, die Position „Legionellenprüfung“ im Mietvertrag mit aufzunehmen.

Der Einbau der Probenahmeventile (wenn erforderlich) wird ausschließlich durch das Sanitär- und Heizungshandwerk durchgeführt. Die Stadtwerke Hamm GmbH arbeiten eng mit dem örtlichen Sanitär- und Heizungshandwerk zusammen und können für den Kunden die notwendigen Arbeiten koordinieren.

­Wenn im Bestand Probenahmestellen nachgerüstet werden müssen, sind diese Kosten nicht umlagefähig. Es handelt sich hierbei um Modernisierungsmaßnahmen im Sinne des § 559 BGB, so dass sie gegebenenfalls jedoch eine Mieterhöhung rechtfertigen können.

Kosten für die Sanierung einer kontaminierten Trinkwasser- installation sowie die erforderlichen Nachuntersuchungen hat der Vermieter im Rahmen seiner Pflicht zur Gewährung des vertragsgemäßen Gebrauchs (§ 535 BGB) zu tragen.

Wer als betroffener Eigentümer die zuvor genannten Pflichten nicht einhält, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro geahndet werden kann. Wer als Vermieter – unabhängig von der Größe der Wasserverteilungsanlage im Gebäude – vorsätzlich oder fahrlässig chemisch oder mikrobiologisch verunreinigtes Wasser an seine Mieter abgibt oder diesen zur Verfügung stellt, begeht eine Straftat.

Legionellen (Legionella):

Gattung stäbchenförmiger Bakterien in der Familie der Legionellaceae. Sie sind im Wasser lebende gramnegative nicht sporenbildende Bakterien, die durch eine oder mehrere polare oder subpolare Flagellen (Geißeln) beweglich sind.

Die für Erkrankungen des Menschen bedeutsamste Art ist Legionella pneumophila (Anteil von etwa 70 bis 90 %, je nach Region), sie ist Erreger der Legionellose oder Legionärskrankheit.

Sie leben in Süß- und Salzwasser bei einer Temperatur von  25-50 °C, durch Frischwassernachspeisung erlangen sie eine große Verweilzeit.

Legionellen sind natürlich vorkommende Bakterien, die uns in jedem Badesee, in Wasserpfützen und in feuchter Erde begegnen, ohne für uns gefährlich zu werden.

Zur Infektion mit Legionellen kommt es erst, wenn Legionellen in Wassertröpfchen (Aerosole) verpackt in die Lunge geraten.

Deswegen gelten als Risikobereiche:

  • Duschen in Hotels, Krankenhäusern, Altenheimen, Schwimmbädern und anderen Sportanlagen
  • Whirlpools und andere Schwimmbäder mit sprudelnden Wasserattraktionen
  • Lüftungsanlagen mit Nasswäschern
  • Bereiche, in denen Wasser zu Kühl- und Befeuchtungszwecken versprüht wird.

Eine Übertragung von Legionellen ist prinzipiell durch Kontakt mit Leitungswasser möglich, wenn die Legionellen in die tiefen Lungenabschnitte gelangen.

Nicht jeder Kontakt mit legionellenhaltigem Wasser führt zu einer Gesundheitsgefährdung. Erst das Einatmen bakterienhaltigen Wassers als Aerosol (Aspiration bzw. Inhalation z.B. beim Duschen, bei Klimaanlagen, durch Rasensprenger und in Whirlpools) kann zur Infektion führen.

Das Trinken von legionellenhaltigem Wasser ist für Personen mit intaktem Immunsystem keine Gesundheitsgefahr.

Eine Infektion mit Legionellen wird insbesondere mit folgenden technischen Systemen in Verbindung gebracht:

  • Warmwasserversorgungen (z. B. in Wohnhäusern, Krankenhäusern, Heimen, Hotels),
  • raumlufttechnische Anlagen (Klimaanlagen) und Lufbefeuchter
  • Badebecken, insbesondere Warmsprudelbecken (Whirlpools)
  • sonstige Anlagen, die Wasser zu Wassertröpfchen zerstäuben (beispielsweise Nebelerzeuger, Nebelbrunnen)

Grundsätze der Legionellen Prophylaxe:

  • Stagnation des Wassers (in der Leitung stehendes Wasser) in einem Temperaturbereich von 25 – 50°C vermeiden.
  • Am Ausgang des Warmwasserbereiters, Temperatur von 60°C vorhalten. Warmwasserspeicher einmal am Tag über die Temperatur von 60°C erhitzen.
  • Wasser aus dem Wasserhahn sollte eine Temperatur von über 55°C & Kaltwasser unter 20°C haben.
  • Wasserleitungen isolieren, damit sie sich nicht gegenseitig aufwärmen. (1 x heiß + 1 x kalt = 2 x lauwarm)
  • Ebenfalls zu vermeiden ist, dass der maximale Wasserinhalt in Stichleitungen 3 Liter nicht übersteigt. Gegeben falls hilft der Einbau von Ringleitungen.

Weit entfernte Entnahmestellen sollten dezentral mittels eines Durchlauferhitzers mit Warmwasser versorgt werden.

  • Ungenutzte Leitungen in der Trinkwasserinstallation sollten stillgelegt werden, da diese einen Rückzugsort für Legionellen bilden (Totleitungen).
  • Selten genutzte Leitungen sollten regelmäßig gespült werden. Ein Beispiel hierfür sind Duschen in Ferienwohnungen.
  • Nach längerer Abwesenheit ist es ratsam, abgestandenes Wasser so lange ungenutzt aus der Leitung abfließen zu lassen, bis wieder frisches heißes Wasser kommt
  • Beim Neu- oder Umbau sollte man die Wasserleitung nicht überdimensionieren, um unnötiges Abstehen des Wassers in der Leitung zu vermeiden.
  • Der Warmwasserbereiter sollte nicht überdimensioniert sein.
  • Die Hausinstallation sollte zudem nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik hergestellt und betrieben werden (hierfür ist der Betreiber der Anlage verantwortlich).