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Kurzfilm erklärt Flüchtlingen das Busfahren

Ein Serienprojekt mit und für Flüchtlinge, das ihnen in kurzen Videos die deutsche Kultur erklärt sowie Tipps für das alltägliche Leben in Deutschland gibt und hierdurch den Integrationsprozess erleichtern soll.

Die Idee zu diesem Projekt hatte der iranischen Regisseur Kamyar Dorodian, der selbst vor drei Jahren als Flüchtling nach Deutschland kam. Denn viele Probleme des Alltags, wie alleine der Kontakt zu anderen Deutschen, stellen ohne Hilfe für viele Asylbewerber ein schwieriges Hindernis dar. Da ein solches Filmprojekt jedoch von einem Menschen alleine kaum zu verwirklich ist, hat sich Kamyar an den verschiedensten Stellen Unterstützung gesucht. Sofort von seiner Idee überzeugt war dabei Sebastian Johannfunke, der ihm nun mit seinem Unternehmen bei der filmerischen Umsetzung tatkräftig unter die Arme greift. Auch die ev. Jugendkirche Hamm und die Flüchtlingshilfe Hamm e.V. waren sehr schnell für eine Beteiligung zu begeistern. In den Sommerferien wurde eine Pilotfolge produziert, in der das Busfahren erklärt wird, denn auch hier gibt es viele Fragen zu beantworten.

Die Stadtwerke Hamm waren von der Idee begeistert und stellten für die Dreharbeiten einen Bus zur Verfügung. Als Protagonisten fanden sich der aus Syrien stammende Flüchtling Alaa Nakshi und der Iraner Zabi Tajik. "Alleine die Tatsache, dass man in Deutschland nur an Bushaltestellen ein- oder aussteigen kann. muss man vielen Flüchtlingen klar machen," erklärt Produzent Sebastian Johannfunke. "Kamyar kennt aufgrund seiner eigenen Fluchtgeschichte sehr viele Probleme der Integration, die wir Deutschen uns nur schwierig vorstellen können".

In den circa 5-7 Minuten langen Folgen erklärt eine Stimme dem Protagonisten, wie er sich verhalten soll. Hierbei ist es uns wichtig, nicht nur Verbote auszusprechen, sondern viel mehr Tipps und Tricks für den Alltag zu geben und zu lernen ein "Gentleman" zu sein. "Lernen zusammen zu leben, ist ein wichtiger Baustein für eine gemeinsame und erfolgreiche Zukunft in unserem Land", so der Regisseur. Die Erklärstimme ist hierbei in Deutsch, um den Kontakt mit unserer Sprache zu fördern. Die lokale Sprache zu lernen, ist für Dorodian einer der wichtigsten Punkte der Integration. Hierbei sind die Sätze sehr einfach gehalten, sodass sie auch von Sprachanfängern gut verstanden werden können. Zusätzlich gibt es Untertitel in verschiedenen Sprachen, u.a. Arabisch, Persisch und Englisch.

"In den nächsten Tagen machen wir uns auf die Suche nach Sponsoren, um die Produktion weiterer Folgen zu finanzieren. Hierbei werden auf der einen Seite Fördertopfe angefragt, aber auch Kooperationen mit Institutionen angestrebt, die eine Folge kaufen können. Es sind bereits über 100 Folgen in Planung, z.B.: Einkaufen, Verhalten im Schwimmbad oder die Hintergründe des Schützenfestes. Wir hoffen, dass unsere Serie bald vielfach im Integrationsunterricht eingesetzt wird.

Im Rahmen der 4. Hammer Kurzfilmnacht hatte die Pilotfolge ihre Premiere.

Weitere Informationen sowie Kontaktdaten gibt es auf www.login-germany.de.

Sehen Sie sich jetzt den Film an: