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Erdgas

Umdenken für die Energiewende

Im Vergleich zum Durchschnittsverbrauch der Jahre 2018 bis 2021 ist der deutsche Erdgasverbrauch um 11,9 Prozent zurückgegangen. Haushalts- und Gewerbekunden haben dabei 12,8 Prozent gespart, Industriekunden 11,3 Prozent. Sie gehören zu den Hauptabnehmern von Erdgas.

Insgesamt wurden im Jahr 2025 106 TWh Erdgas über deutsche LNG-Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Lubmin und Mukran nach Deutschland importiert. Dies entspricht einem Anteil von 10,3 Prozent an den gesamten deutschen Gasimporten. Nach Angaben des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V.) stammten im Jahr 2025 rund 96 Prozent der deutschen LNG-Importe aus den USA.

Für die Transformation Deutschlands hin zum politischen Ziel der Klimaneutralität bis 2045 braucht es erneuerbare und kohlenstoffarme Gase. In der Übergangsphase bleibt jedoch auch Erdgas ein wichtiger Pfeiler der Energieversorgung. Um die Energiewende erfolgreich zu gestalten, müssen daher schon heute die richtigen Weichen gestellt werden, damit die Transformation bis 2045 gelingt.

Erdgas Einheit 2025 2024
Erdgasverkauf GWh 2.005 2.077
in Hamm GWh 1.223 1.209
Haushalts- u. Gewerbekunden GWh 634 563
Individualkunden GWh 391 484
Konzernverbrauch GWh 198 162
externe Versorgung GWh 782 868
Verteilung
Niederdruckleitungen km 592 593
Hochdruckleitungen km 104 104
Regelstationen 112 115
Hausanschlüsse 28.681 28.751
Zähler im Netz 37.512 37.930
Übernahmestationen 5 5

Wasserstoff als Schlüssel zur erneuerbaren und kohlenstoffarmen Energiezukunft

Wasserstoff ist mehr als nur ein Energieträger, er ist das Bindeglied zwischen erneuerbarer Stromerzeugung, sicherer Versorgung und einem innovativen Wirtschaftsstandort.

Hamm leistet Pionierarbeit und hat bereits 2021 das Wasserstoffzentrum Hamm gegründet. Am Standort des Trianel Gaskraftwerks in Hamm-Uentrop soll ein kommunaler Gemeinschaftselektrolyseur mit 20 Megawatt Leistung entstehen, der bei geplanten 4.000 Volllaststunden jährlich bis zu 1.500 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren kann.

Nach einer Phase großer Erwartungen zeigt sich nun jedoch, dass der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft komplexer ist, als vielfach erwartet. Die Grundlagen sind gelegt, auch in Hamm, aber der Weg in die Breite erfordert auch klare politische Entscheidungen.

Kraftwerk Trianel mit aufgebautem H2-Hamm Schriftzug

Marktraumumstellung Gas

Gas-Installateur steht mit einem Tablet vor einer Heizungsanlage im Keller

Hamm wird mit L-Gas versorgt. Low calorific gas (L-Gas) und High calorific gas (H-Gas) sind die zwei vorhandenen Erdgasarten in Deutschland. Die Gasart und damit der Brennwert unterscheiden sich je nach Herkunft des Gases. Wegen des unterschiedlichen Brennwerts müssen die beiden Gasarten in getrennten Gasnetzen transportiert werden.

Das L-Gas stammt aus deutschen und niederländischen Vorkommen, deren Förderung allerdings abnimmt. Nach aktuellem Stand soll ab dem 1. Oktober 2029 kein niederländisches L-Gas mehr nach Deutschland fließen. Wegen des Rückgangs der heimischen L-Gas-Produktion und des L-Gas-Importes aus den Niederlanden müssen in den Netzgebieten, in denen zurzeit L-Gas verbraucht wird, die Netze umgestellt und alle angeschlossenen Gasverbrauchsgeräte schrittweise und möglichst frühzeitig an die Versorgung mit hochkalorischem H-Gas angepasst werden.

In Hamm soll dieser Prozess 2027 abgeschlossen sein.

Erdgasumstellung Hamm